Festung hinter der Mauer

Das Fort Hahneberg liegt am Westrand Berlins, an der Heerstraße, im Stadtteil Staaken. Das Stadtgebiet greift hier noch einmal um etwa 1,5 Kilometer nach Westen aus. Durch Gebietsaustausch zwischen dem Sowjetischen und dem Britischen Sektor kam es im Frühjahr 1951 zu einer Veränderung dieses Verlaufes. Die Grenze wurde von der Einmündung des Nennhauser Dammes zur Bergstraße stadteinwärts verschoben. Der westliche Teil Staakens und auch das Fort Hahneberg wurden dem Territorium Berlin (Ost), später dem Kreis Nauen im Bezirk Potsdam zugeschlagen.

Damit lag das Fort Hahneberg westlich der Berliner Mauer, außerhalb Berlins. Den zur Grenze gelegenen, östlichen Hang des (alten) Hahneberges nutzte die Grenzsicherung zur Aufstellung eines Wachturmes. Der Hohlweg zum Fort wurde zugeschüttet und damit dem Geländeverlauf des östlichen Berghanges angeglichen. Am Fuß des nördlichen Hanges des Hahneberges breitete sich der Kontrollpunkt Heerstraße aus.

Das teilzerstörte Fort lag nun im Hinterland der Berliner Mauer und war gegen Zutritt gesichert. Ein Tor in unmittelbarer Nähe des Wachtturmes erlaubte den Soldaten der Grenztruppen der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik den Zutritt in das Fort Hahneberg.

Zur Materialgewinnung waren ab Ende der 1940er Jahre im Fort Hahneberg die Verblendung der massiven Außenbauteile, die Futtermauern auf der Kontereskarpe und die Eskarpemauer abgerissen worden. Dadurch waren bereits Erdmassen in den Graben gerutscht. Auch auf diesen neuen Böschungen breitete sich der Baumbewuchs aus. Immer stärkere Wurzeln, sich am Hang klammernder Bäume schoben weitere Ziegelschichten oder sogar die schweren Abdeckplatten aus Beton in den Graben. Teilweise sackte der auf der Kontereskarpe laufende gedeckte Weg ab. Auch die Verblendmauern zwischen den Bögen der Kontereskarpe waren abgebrochen worden. Kleine Abrisse für Materialgewinnung fanden sogar noch Mitte der 1980er Jahre statt. Im Gegensatz dazu gab es in die Natur keine Eingriffe. Außerhalb jeden Interesses liegend, fanden keine Rodungen für Durchwegung, Überblick oder forstwirtschaftliche Nutzung statt. Der zur Tarnung des Forts angepflanzte Baumbestand auf dem Glacis konnte sich nun ungehindert ausbreiten. Die Wiesenflächen auf den Wallanlagen innerhalb des Grabens wuchsen, wie diese selbst, der Kehlwaffenplatz und der Hohlweg zu.

Erst mit der Öffnung der Berliner Mauer an allen Grenzübergängen nach dem 9. November 1989 wurde das Fort Hahneberg wieder für die Berliner zugänglich, hohes Interesse existierte besonders bei den Bewohnern Staakens und weiterer Stadtteile Spandaus. Es wurde nach Schätzen gegraben, Neugierige ritzten ihren Besuch in Mauern, Feuer wurden angezündet und weitere Mauern aufgebrochen, in der Hoffnung unbekannte, größere Hohlräume zu finden. Die ausufernde Neugier konnte durch den Heimatverein Spandau, das Kunstamt Spandau und wenige Interessierte, die später die Arbeits- und Schutzgemeinschaft (ASG) Fort Hahneberg gründen sollten, kaum gelenkt werden.

Dem sollten Führungen und Aufsicht entgegenwirken. Informationsblätter wiesen auf geschützte Pflanzen und Tiere hin, als auch auf die Einhaltung der abgesteckten Wege. Sechs verschiedene, im Fort überwinternde Fledermausarten wurden gefunden, aber auch auf eine für Höhlen typische Tierwelt, durch die tief im Erdreich liegenden, starken Mauerwerksgewölbe mit unzähligen Hohlräumen. Außerdem waren 13 bedrohte Pflanzenarten auf den verbliebenen Trockenrasenflächen gezählt worden.

Im Juli 1990 wurde mit der Einzäunung der Festung begonnen. Die Gemeinde Staaken stellte dazu den ehemaligen Grenzzaun zur Verfügung. Firmen aus Spandau, insbesondere das Fuhrunternehmen des späteren Vorsitzenden Peter Herzog, führten den Abbau des Zaunes, den Transport zum Fort und den Aufbau der Umzäunung durch. Unterstützung gab außerdem das Technische Hilfswerk. Peter Herzog übernahm stellvertretend für die Handvoll Aktiver am 4. Juli 1990 das Fort in seine Verantwortung. Nach einem guten Monat Arbeit war das Fort gesichert.

Bereits am 5. November 1991 wurde das Fort Hahneberg als Baudenkmal eingetragen. Ein erster Nutzungsvertrag zwischen der ASG und der Bundesvermögensverwaltung wurde im Januar 1997 geschlossen. Besucher konnten sich nun nur noch einmal im Monat an den »Erlebnistagen« auf dem Gelände frei bewegen. Führungen des Vereines ergänzten dieses großzügige Angebot. Die Bundesrepublik war immer noch Eigentümer und kam für die Sicherungsmaßnahmen auf.